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Alex Rowan

Veteranen von „Bob's Burgers“ und „The Snoopy Show“ starten 2D-Serie mit hybrider KI-Pipeline

Interessantes aus dem Netz

Joel Kuwahara, Produzent von „Bob's Burgers“, und Mark Evestaff, der an „The Snoopy Show“ mitgearbeitet hat, haben die 2D-Animationsserie The Salty Tales of Tony & Keith vorgestellt. Das Projekt entsteht nach einem hybriden Ansatz: Klassische Produktion wird mit KI-gestützten Werkzeugen kombiniert. An der Arbeit beteiligt ist Nura Studios, der Entwickler der Produktionsplattform Showcraft.

Kuwahara wurde als Produzent von „Bob's Burgers“ mit einem Emmy ausgezeichnet. Nura nennt ihn in der Pressemitteilung zum öffentlichen Start der Plattform als einen der Showcraft-Nutzer.

Was ist Showcraft

Nura Studios beschreibt Showcraft als einheitliche Produktionsumgebung. Die Arbeit beginnt mit einem Drehbuch, einer Shotliste oder einem Konzept und führt über Storyboard und Animatic bis zur Animation und zum finalen Schnitt. Die Plattform bindet mehrere Modelle zur Bild- und Videogenerierung ein und unterstützt ACES-Farbmanagement mit Ausgabe in HDR und SDR. Lokales Echtzeit-Upscaling auf 4K will das Unternehmen später ergänzen.

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Mark Evestaff (links) und Joel Kuwahara. Bild: Nura Studios / YouTube

Der öffentliche Early Access zu Showcraft startete am 1. September 2026. Vorerst wird die Plattform über einmalige Credit-Pakete verkauft, die sechs Monate gültig sind. Die Kosten einer Generierung werden vor dem Rendern angezeigt. Abonnements und weitere Tarife will das Unternehmen am 6. Oktober einführen. „KI kann einen einzelnen Shot generieren. Viel schwieriger ist es, Tausende Shots zu einer geschlossenen Produktion zu machen“, sagt Silvio Drouin, CEO und Mitgründer von Nura Studios.

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Nura trat Ende April 2026 offiziell an die Öffentlichkeit. Gegründet wurde das Unternehmen von ehemaligen Mitarbeitern von Unity, Adobe, Canva, Softimage, Roblox und Apple. Zu den Projekten auf Showcraft zählt das Unternehmen die Serie Rainbow Hollow und die vertikale Mikroserie Astro Burn. Die Drehbuchautorin und Regisseurin Jerica Cleland nutzt die Plattform für einen Spielfilm. Nach ihren Worten halbiert die Kombination von Showcraft mit klassischer Animation die Produktionskosten.

Wo und wann The Salty Tales of Tony & Keith erscheint, ist noch nicht bekannt.

Was das für die Branche bedeutet

Das Projekt passt zu einem deutlichen Trend: Generative KI wandert in der Animation allmählich von Experimenten in Produktionspipelines. Nura selbst hat in den wenigen Monaten seit dem Start mehrere Projekte unterschiedlicher Formate gesammelt, von einer vertikalen Mikroserie bis zu einem Spielfilm. Aufschlussreich ist auch, wer solche Arbeiten übernimmt: Den hybriden Ansatz nutzen Leute, die ihre Karriere mit großen animierten TV-Serien gemacht haben.

Hybride Pipelines überlassen Drehbuch, Design und schauspielerische Darstellung in der Regel weiterhin Menschen. Automatisiert wird vor allem die Animationsphase, die bei 2D-Animation fürs Fernsehen häufig an externe Studios ausgelagert wird. Profitieren könnten Autoren und kleine Produktionsfirmen: Ein Pilot mit bewegten Figuren wird günstiger und schneller umsetzbar. Unter Druck geraten dürften Animatoren und Dienstleistungsstudios, die von Aufträgen für diese Phase leben. Generative KI ist bereits ein Thema in den Verhandlungen zwischen Branchenverbänden und Arbeitgebern.

Setzt sich der Ansatz durch, dürfte sich zuerst die Pitching-Phase verändern: Sender und Plattformen könnten von Autoren nahezu fertige animierte Piloten statt Storyboards erwarten. Die Bewährungsprobe für die hybride Pipeline wird sein, ob ein Distributor ein solches Projekt als vollwertige Serie übernimmt und ob KI-Animation die Anforderungen an Qualität und Konsistenz über eine ganze Staffel hinweg erfüllt.

Wird die hybride KI-Pipeline von FutureCel und Nura Studios zur Norm für 2D-Serien oder bleibt sie ein einmaliges Experiment?

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