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Alex Rowan

Assets von Künstlern werden zur Grundlage von KI-Spielen in Unity Spark

Soft

Unity hat den Asset Store direkt an Spark angebunden — die browserbasierte Plattform zur Spieleentwicklung, die das Unternehmen Anfang Oktober vorgestellt hat. Der Nutzer beschreibt, was er braucht, und findet fertige 3D-Modelle, Umgebungen und Sound aus dem Store, die direkt aus dem Browser ins Projekt übernommen werden. Die Eintragung in die Warteliste läuft bereits.

Dieses Detail zeigt, worauf Spark seine Grafik aufbaut: auf dem Katalog der Arbeiten lebender Künstler. Laut Financial Times wird Spark einen Teil der Assets generieren können, doch die Hauptmasse der Bilder und Effekte wird aus der bestehenden, von Menschen erstellten Bibliothek von Unity stammen. Die neuronalen Netze helfen dabei, diese Elemente zu platzieren, sie mit dem Gameplay zu verknüpfen und die technische Routine abzunehmen. Für den Asset Store ist das ein Rollenwechsel: Aus dem Schaufenster für Unity-Entwickler wird eine Content-Quelle für eine KI-Plattform.

Der Store ist in die Arbeit mit dem Editor integriert

Die Auswahl der Assets erfolgt direkt im Browser, ohne Wechsel in einen separaten Store: Der Zugang zu Tausenden von 2D- und 3D-Modellen, Umgebungen, Charakteren, Props, Animationen und Effekten ist aus der Plattform selbst heraus offen.

Darum herum hat Unity das übrige Instrumentarium von Spark versammelt:

  • einen Web-Editor zur Feinabstimmung des Projekts nach dem ersten Prompt — darin lassen sich Mechaniken und Spielsysteme in natürlicher Sprache und manuell ändern;
  • Zusammenarbeit per Link: Eine zweite Person öffnet dieselbe Sitzung, Änderungen werden ohne separates Versionskontrollsystem gespeichert;
  • Veröffentlichung des fertigen Spiels und Teilen per Link, unter anderem über die Plattform Google Playground, mit der Spark später in diesem Jahr integriert wird.
Assets von Künstlern werden zur Grundlage von KI-Spielen in Unity Spark
Space Corridor — eines der Demonstrationsspiele, die in Unity Spark zusammengestellt wurden. Bild: Unity

Was offen bleibt

Die erste Version richtet sich vor allem an jene, die bisher kein Spiel selbst zusammenstellen konnten: Unity sagt ausdrücklich, dass Spark es erlaubt, ein interaktives Projekt zu beschreiben, zusammenzubauen, auszuarbeiten und zu veröffentlichen, ohne herkömmliche Programmierung und den vollwertigen Unity-Editor zu erlernen. Fertige Spiele aus Spark werden veröffentlicht und per Link geteilt, unter anderem über Google Playground.

Das Geschäftsmodell ist noch nicht festgelegt: Unity teilt mit, dass sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Zugangsstufe geplant sind, nennt aber keine Tarifdetails. Ein genaues Startdatum der geschlossenen Beta gibt es ebenfalls nicht — es heißt nur, dass sie später im Jahr 2026 öffnen wird. Für die Warteschlange kann man sich auf der Seite Unity Spark anmelden.

Die wichtigste offene Frage ist das Geld der Asset-Autoren. Unity erklärt, dass teilnehmende Künstler eine Urheberangabe und eine Vergütung erhalten, die Lizenzbedingungen und die Wirtschaftlichkeit für die Verkäufer im Asset Store sind jedoch noch nicht offengelegt. Von ihnen wird — ebenso wie vom Grad der tatsächlichen Kontrolle im Editor — das Endergebnis der Plattform maßgeblich abhängen.

Assets von Künstlern werden zur Grundlage von KI-Spielen in Unity Spark
Ein weiteres Projekt aus dem Schaufenster von Unity Spark. Bild: Unity

Warum Unity auf handgemachten Content setzt

Die Entscheidung, sich auf den Store zu stützen, wirkt wie eine Antwort auf gleich zwei Kritikpunkte an generativen Werkzeugen. Der erste ist die Qualität: Von Künstlern erstellte Modelle sehen vorhersehbar aus und verhalten sich vorhersehbar in der Engine, was die Generierung von Geometrie nicht garantiert. Der zweite ist die Herkunft der Daten: Um die Trainingsdatensätze gehen die Debatten in der Branche weiter, während die Assets aus dem Katalog von bekannten Autoren veröffentlicht wurden. Unity-Chef Matt Bromberg betont ausdrücklich, dass Spark nicht als Generator eines Spiels auf einen einzigen Prompt gedacht ist: Die Plattform senkt die technische Schwelle, aber zu entscheiden, wie das Spiel sein soll, das Ergebnis zu bewerten und es in einen spielbaren Zustand zu bringen, bleibt weiterhin Sache des Menschen.

Für Unity ist das zugleich eine Möglichkeit, den Store zu beleben. Wenn Spark ein beachtliches Publikum von Neueinsteigern versammelt, erhält der Asset Store einen Zustrom von Käufern, die früher einfach nicht bis zur Installation des Editors gekommen sind. Das Risiko ist das Spiegelbild: Bei einer wachsenden Zahl gleichartiger Zusammenstellungen kann der Wert eines einzelnen Pakets verwässern, und die Einnahmen der Verkäufer können von einer Verteilungsformel abhängen, die noch nicht beschrieben ist. Dazu kommen Fragen, die Entwickler generativen Werkzeugen generell stellen: Rechte am Ergebnis, Auswirkungen auf die Beschäftigung und ein Überangebot an billig produziertem Content.

Der Kurs des Unternehmens ist dabei konsequent: Die generativen Werkzeuge von Unity sind zuvor in die offene Beta gegangen, und Unity 7 wurde mit einem Start im Jahr 2027 angekündigt. Hält der Trend an, werden nach Unity wahrscheinlich auch andere Eigentümer großer Content-Bibliotheken ein ähnliches Schema ausprobieren: Ein eigener Marktplatz verwandelt sich in einen merklichen Wettbewerbsvorteil gegenüber KI-Diensten, die über keine solche Bibliothek verfügen.

Reaktion der Community

Die Reaktion auf die Verbindung von Unity Spark mit dem Unity Asset Store ist gespalten, doch unter der offiziellen Ankündigung ist der Ton eher skeptisch und gereizt. Entwickler und Spieler schreiben, dass fertige Arbeiten von Künstlern eine Zusammenstellung nicht in ein eigenes Spiel verwandeln: In den Antworten und Zitaten zum Post von @unitygames vom 7. Oktober wiederholt sich, dass dies kein Erschaffen sei, sondern eine Sammlung fremder Modelle nach einer Textbeschreibung, und dass die Grafik am Ende schwach aussehe. Besonders gefürchtet wird eine Flut gleichartiger Projekte aus denselben Paketen. Ein Teil des Publikums sieht einen Nutzen: eine schnelle Skizze für diejenigen, die eine Idee, aber keine Programmierkenntnisse haben, und eine neue Möglichkeit, Arbeiten von Künstlern zu finden. Sogleich kommt die Frage auf, ob die Autoren eine Bezahlung für jedes veröffentlichte Spiel erhalten und nicht nur für den einmaligen Verkauf eines Pakets. Der aktuelle Post vom 22. Oktober, der genau die Anbindung des Stores direkt im Browser betrifft, wird kaum diskutiert: Es gibt keine Antworten.

«Nicht „ihr“ erschafft das Spiel, und ihr solltet sich dafür schämen.»

— @IsThisA3DModel (X)

«Die kommerzielle Seite verstehe ich: Jedes solche Spiel ist ein Verkauf für ihren Store. Aber ich fürchte eine Flut seelenloser Spiele. Dieselben Materialien, dieselben Anfragen, keine Idee.»

— @Euclides_Netok (X)

«Unity Spark nimmt Arbeiten von Künstlern aus dem Unity Asset Store, sodass Spiele ohne Programmierung mit echter Grafik beginnen. Interessant, ob die Autoren für jedes veröffentlichte Spiel bezahlt werden.»

— @mitalasam (X)

Womit die Verzögerung der Auszahlungsbedingungen für die Asset-Autoren zusammenhängt: juristische Unvorbereitetheit, Eile beim Start, Kalkül mit den alten Lizenzen des Asset Store?

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